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Donnerstag, 15. Februar 2018

Caritas der Erzdiözese München-Freising: die 5 höchsbezahlten Führungskräfte erhalten zusammen 483.149,23 Euro

Das macht pro Person im Jahr im Schnitt  96 629,84 Euro.

Im  Schnitt ein Monatsverdienst von 8052 Euro.

Die Präsidentin von Brot für die Welt bekommt  116.787,90 EUR (zzgl. 55.292,60 EUR Versorgungsumlage). Alles in allem macht das 14339 Euro/Monat.

Dafür müssen eine ganze Menge Leute erst einmal spenden . . . (die Frau Präsidentin hat  vermutlich keinen Hunger zu leiden ... wie beruhigend, dass meine Spende so wertvoll angelegt ist ...)

In den anderen Hilfsorganisationen sieht es nur unwesentlich besser aus, wie sanderl.de zu entnehmen ist:

Ärzte ohne Grenzen e.V.: Geschäftsführer: 95.302,92 EUR
Medizinischer Leiter Projektmanagement 82.787,17 EUR
Leiter Projektmanagement 78.103,42 EUR; alles brutto

Plan Deutschland e.V. (Jahr 2016) 103.000 EUR bis zu 160.000 EUR für Geschäftsführer (3 Mitglieder) (Jahr 2015: 98.000 EUR-160.000 EUR pro Geschäftsführer)
die drei höchsten Gehälter zusammen: 449.562 EUR (428.846 EURi m Jahr 2015); alles brutto ohne gesetzlichen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung;

Misereor 2015: Geschäftsführung (3 Mitglieder): 278.000 EUR (Jahr 2014: 273.000 EUR), alles brutto ohne gesetzlichen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung und betriebliche Altersvorsorge;

Brot für die Welt: Präsidentin: 116.787,90 EUR (zzgl. 55.292,60 EUR Versorgungsumlage und
Beiträge zur Versicherung für Pfarrer und Kirchenbeamte)
zweiter Vorstand: 130.880,10 EUR (zzgl. 6.000,00 EUR Unterstützungskasse)
dritter Vorstand: 144.777,05 EUR;
alles brutto


Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband:
Präsident: 128.544,20 EUR (zzgl. 65.870,18 EUR Versorgungsumlage und
Beiträge zur Versicherung für Pfarrer und Kirchenbeamte)
zweiter Vorstand: 130.809,56 EUR (zzgl. 6.000,00 EUR Unterstützungskasse)
dritter Vorstand: 139.399,99 EUR


SOS Kinderdorf: die drei höchsten Jahresgehälter zusammen: 471.489,87 EUR (Durchschnitt also: 157.163,29 EUR),


Welthungerhilfe: Vorstände und leitende Angestellte: bis 155.000 EUR
Gesamtbezüge des Vorstands (4 Mitglieder) 2016: 420.000 EUR (inkl. 13. Monatsgehalt), Angeben alle brutto ohne gesetzlichen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung und Altersvorsorge


World-Vision: Zwei Vorstände zusammen: 261.000 EUR (Durchschnitt: 130.500 EUR)
Quelle: Jahresbericht 2015, S. 74 https://www.worldvision.de/sites/default/files/pdf/World-Vision-Jahresbe... (S. 38 im pdf)

UNICEF Deutschland: nach langer Suche im ausführlichen Geschäftsbericht und nicht im gewöhnlichen Jahresbericht gefunden: 151.700 EUR für den Vorstand, Bereichsleitung Marketing: 130.100 EUR, Bereichsleitung Finanzen: 124.600 EUR, sonstige Bereichsleiter: 119.800 EUR; alles brutto und ohne gesetzl. Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung und Altersvorsorge
Quelle: ausführlicher Finanzbericht 2015, S. 9 (im pdf Seite 5):

Save the Children: die drei höchsten Jahresgehälter betrugen 2015 zusammen 235.000 EUR (Durchschnitt also 78.333,33 EUR), alles brutto

Quelle: Jahresbericht 2015, Seite 31 (S. 16 im pdf): https://www.savethechildren.de/fileadmin/Dokumente_Download/Downloadbere...

Montag, 12. Februar 2018

Warum übersetzt die neue Luther-Bibel auch den 23. Psalm nicht korrekt?

Der gute Hirte

Ein Psalm Davids.
.
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser (...)

Dem Original entsprechend müsste die Übersetzung lauten: ... und führet mich zum stillen Wasser.
(Die Elberfelder-, die Schlachter-Bibel und die der Katholischen Kirche haben im Übrigen auch korrekt übersetzt)


Erquickung der Seele aus der Stille heraus ist etwas ganz anderes als mittels frischem Wasser.

Die - man muss schon sagen - falsche Übersetzung ist auch deshalb extrem verwunderlich, weil die richtige Übersetzung mit dem, was die Bibel sonst vermittelt, genauestens übereinstimmt.
Nicht aus sprudelnder Frische kommt die Kraft, auf die es ankommt, sondern es heißt:

"durch Stillesein und Hoffen werdet ihr stark sein."

Kraft, die aus der Stille kommt, ist etwas ganz Besonderes.

Meines Erachtens müssen sich die Verantwortlichen und die Evangelische Kirche fragen lassen, welche Kräfte in und unter ihnen aktiv sind, die zwei so wichtige Stellen - die andere ist eine Stelle aus dem Vater unser - in einem so falschen Licht darstellen.

Das ist kein Zufall.

Irgendwie geht dem Fasching die Puste aus! Der Grund: ganzjähriger Karneval in der Politik!

Vielleicht hat sich nur meine Wahrnehmung verändert und es ist alles so, wie es immer war.
Aber irgendwie kommt es mir dieses Jahr so vor, als ob selbst die Leute bei den Faschingsveranstaltungen, in die ich mich manchmal aus Versehen hineinklicke, nur noch gequält lachen und richtggehend dankbar sind, wenn einer oder eine da vorn einen Spaß macht, der noch halbwegs lustig ist, so dass sie einigermaßen echt lachen können.

Wenn sich etwas wiederholt, dann sind es die ewig selben blöden Späße über eheliches Verhalten oder zwei Männer, die nebeneinander am Urinal einer Kneipe stehen und irgendeinen dummen Spaß über das Übliche machen müssen.

Ich wüsste auch, wenn es denn so ist, wie ich es empfinde, warum es so ist: Nicht, dass unsere Politiker freiwillig Karneval betrieben, aber man kommt nicht umhin, dieses Büttentheater, das sich Politik nennt, nicht mehr ernst nehmen zu können.
Da bekommt ein Seehofer ein Amt, das nur das vierte seiner Wahl war (in erster Linie hätte er gern Arbeit und Soziales gehabt), ein anderer kickt den geschäftsmäßig amtierenden Minister aus dem Amt und dann sich selbst gleich hinterher; eine Kanzlerin haben wir, die in der Regel zu allem gar nichts sagt und wenn, dann, dass sie vier Jahre Kanzlerin bleiben will, wobei sie von der eigenen Partei immer vehementer aufgefordert wird, ihre Nachfolge zu regeln (in der leisen Hoffnung, dass sie zur Halbzeit geht - dabei will sie nochmal kandidieren, was nur keiner weiß). 

Und nun ist einer mangels Masse an qualifizierten Persönlichkeiten als Außenminister im Gespräch, der schon als Justizminister eine denkbar schlechte Figur abgab und, wenn er redet, auf mich immer so wirkt, als hätte er Schwierigkeiten, sich selbst ernst zu nehmen (so ähnlich, wie es dem Dobrindt in der CSU geht) - unser bisheriger Rechts-Heiko.

Ich meine, dass da wirklich keiner mehr Bock auf Karneval hat, das ist doch verständlich.

Es kommt ja nur zum Ausdruck, dass keiner mehr Bock auf diese Art der Politik hat!

Freitag, 9. Februar 2018

Wie leicht doch Männer sich überreden können, besonders in diesem Punkte! Das Wort Herrschaft ist ihnen ein so angenehmes Wort . . .

Wie leicht doch Männer sich überreden können, besonders in diesem Punkte! Das Wort Herrschaft ist ihnen ein so angenehmes Wort, und es klingt so vornehm sich selbst beherrschen zu wollen. Sie reden gar zu gerne davon und möchten uns glauben machen, es sei wirklich auch in der Ausübung ernst damit; und wenn ich doch nur einen einzigen in meinem Leben gesehen hätte, der auch nur in der geringsten Sache sich zu beherrschen imstande gewesen wäre! Wenn ihnen etwas gleichgültig ist, dann stellen sie sich gewöhnlich sehr ernsthaft, als ob sie es mit Mühe entbehrten, und was sie heftig wünschen, wissen sie sich selbst und ändern als vortrefflich, notwendig, unvermeidlich und unentbehrlich vorzustellen. Ich wüßte auch nicht einen, der auch nur der geringsten Entsagung fähig wäre.
Goethe im 1. Kapitel der Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter

Donnerstag, 8. Februar 2018

Vom Prinzen zur Kröte: Martin Schulz (Sigmar Gabriel soll Außenminister bleiben)!

So kann man sich täuschen:

Obwohl kein Fan der SPD, empfand ich für Martin Schulz durchaus Sympathien, weil ich fand, dass er, für was er steht, so überzeugend vorträgt. Ich hatte das Gefühl, dass er mit seiner ganzen Person hinter dem, was er sagt, stehe.

Nun darf ich erkennen, dass genau das nicht der Fall ist: Er steht für nichts. Beziehungsweise, was er sagt, ist genau so nicht gemeint.

Dass er nach der Wahl so glasklar einer Großen Koalition eine Absage erteilte, kann man zwar nicht nur ihm anlasten, denn die ganze obere Polit-Seilschaft der SPD stand hinter dieser Aussage (nur duckten sich die allermeisten nachher feige weg und ließen Schulz im Regen stehen).
Aber dass er zweimal definitiv ausschließt, nicht in ein Kabinett Merkel eintreten zu wollen und es dann doch tut:

Ehrlich gesagt, wer jetzt noch glaubt, was Schulz sagt, habe Gültigkeit und er meine auch, was er sagt, dem ist nicht zu helfen.
Tolle außenministerielle Zeiten, die da auf die Bundesrepublik zukommen - toll im Sinne von faschingstoll.

Was mich aber fast am meisten stört:

Auf welche Weise er Sigmar Gabriel aus seinem Job schubst (der, wie ich finde, ihn gut gemacht hat, war er immerhin mal einer, der seine Meinung sagte, zum Beispiel zu Erdogan), das ist schon unsagbar unsäglich.

Eigentlich müsste ein Schulz mit Rückgrat schon nach der Wahl zurückgetreten sein, nach diesem Debakel, stattdessen aber kloppt er Sprüche, macht sich zur Kröte, die die SPD zu schlucken hat, und geht mit dem, der noch in der letzten Zeit am meisten Profil zeigt, wahrlich unmenschlich um.

Man möchte fast sagen: ein echter Sozialdemokrat.

Montag, 5. Februar 2018

"Ein Sohn der Erde / Schein ich: zu lieben gemacht, zu leiden." - Hölderlins Ode "Die Heimat"

Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom,
..Von Inseln fernher, wenn er geerntet hat;
....So kam auch ich zur Heimat, hätt ich
......Güter so viele, wie Leid, geerntet.
Ihr teuern Ufer, die mich erzogen einst,
..Stillt ihr der Liebe Leiden, versprecht ihr mir,
....Ihr Wälder meiner Jugend, wenn ich
......Komme, die Ruhe noch einmal wieder?
Am kühlen Bache, wo ich der Wellen Spiel,
..Am Strome, wo ich gleiten die Schiffe sah,
....Dort bin ich bald; euch, traute Berge,
......Die mich behüteten einst, der Heimat
Verehrte sichre Grenzen, der Mutter Haus
..Und liebender Geschwister Umarmungen
....Begrüß ich bald und ihr umschließt mich,
......Daß, wie in Banden, das Herz mir heile,
Ihr Treugebliebnen! aber ich weiß, ich weiß,
..Der Liebe Leid, dies heilet so bald mir nicht,
....Dies singt kein Wiegensang, den tröstend
......Sterbliche singen, mir aus dem Busen.
Denn sie, die uns das himmlische Feuer leihn,
..Die Götter schenken heiliges Leid uns auch,
....Drum bleibe dies. Ein Sohn der Erde
......Schein ich; zu lieben gemacht, zu leiden.
 
In der Hoffnung auf Stillung von Liebesleid, in der Hoffnung, Ruhe zu finden, kehrt der Schiffer, der auf den Wassern des Lebens treibende Dichter heim zu den trauten Bergen seiner Jugend, dem mütterlichen Haus. 


Unglaublich, wie persönlich er die teuern Ufer, die trauten Berge und die Wälder seiner Jugend anspricht, als wisse er gewiss, dass sie sich seiner erinnerten. Ja, er weiß, dass sie ihm treu blieben.

Die Grenzen heimatlicher Gefilde sind die Grenzen seiner Jugend und er ist sich sicher, dass auch nach womöglich langer Abwesenheit es innerhalb dieser Grenzen möglich ist, dass sein Herz Heilung finde, dass es zur Ruhe komme.

Doch weiß er genauso - und nicht von  ungefähr wiederholt der Heimkehrende dieses Verb zweimal, den Satz mit einem so deutlichen "aber" einleitend -, dass die Götter das Leid dem Menschen mit auf den Weg gaben, damit er an diesem wachse, um zu werden, was Hölderlin in anderen Gedichten angesprochen hat!
Diese Strophe entfaltet die ganze Dichtkunst Hölderlins: Es ist nicht nur das wiederaufgenommene "ich weiß", es ist die das Liebesleid so verstärkende L-Alliteration, das anaphorisch aufgenommene "Dies", das in drei Wörtern hervorgehobene, doch in sein Gegenteil verkehrte Singen, das nachgestellte "mir aus dem Busen" als dem Ort, wo jenes vermisst wird.

Doch weiß er dieses Leid zu schätzen. Er nennt es heilig, bezeichnet es als Geschenk.
Welche Größe zeigt sich hier! 
Welches Bewusstsein.

Er stellt sich in die Tradition des Prometheus, der auserwählt war, den Menschen das Feuer bringen zu dürfen.
Goethe lässt den Titanen in seiner Hymne noch sehr trotzig sein. Hölderlin nimmt nicht von  ungefähr den Tonfall, ja die Wortwahl des großen Alten aus Weimar auf, der, als er sein Gedicht schrieb, noch Anfang zwanzig war.

Aber er verwandelt die Worte. Als Sohn der Erde ist der Dichter, ist Hölderlin mit den Göttern, mit dem Leid versöhnt. Das ist neu und ganz anders als bei Goethe.

Vielleicht kann man so nur in der Heimat schreiben.
In der Heimat sein heißt ja auch: in sich angekommen. 
Auch wenn Hölderlin sich bald darauf fast für immer verließ:
Immer wieder ist jeder auch ganz bei sich. Eben, wenn er in der Heimat ist.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Der Weg der Liebe ist der Weg zur Liebe!

Es gbt kein unbekannteres unter den Gefühlen als deren Königin, die Liebe. Kaum ein Wort ist mehr missbraucht und missverstanden worden und wenn es einen Rat zur Rettung der Liebe gibt, dann den, weniger von ihr zu sprechen, weniger sie beim Namen zu nennen.

Wir glauben, wir lieben jemanden und Jahre später geht es uns wie Erich Kästner in Sachliche Romanze: Wir sitzen da und sind fassungslos, dass die Liebe verloren ging. Dabei könnten wir wissen und ahnen es auch: sie war nie da.
Wobei ich glaube, dass es wirklich sich liebende Paare gibt, dass es also Menschen gibt, die sich lieben, weil sie auch mit sich selbst die Liebe erlebt haben. Zumindest, dass sie auf guten Weg zur Liebe sind.

Am Anfang vieler Beziehungen steht eine hormonelle Aufwallung und ein Wiedererkennen eines anderen aus oft vielen früheren Leben. Diese Vertrautheit, die wir spüren, ist oft ein Gefühl der Heimat, das sich auf ein Bewusstsein um den Anderen, ein Wissen um ihn, ein Vertrautsein mit ihm bezieht.

Dieses Gefühl ist wertvoll und es ist schön und es mag eine Ahnung von Liebe geben. Aber ist es Liebe?

Wir sehen im Fernsehen ein leidendes Kind oder ein leidendes Tier und Gefühle in uns erwachen - glauben wir dann, wir lieben die Kinder dieser Welt oder wir sind tier-lieb? Wenn wir ein warmes Gefühl spüren, glauben wir, es ist ein liebendes Gefühl?
Woher wissen wir, dass nicht angesichts von Bildern im Außen alte Gefühle eines Selbstmitleides in uns wach werden, die sich beziehen auf Situationen, in denen wir uns verloren fühlten. Da rührt sich das Herz und Tränen steigen auf - und wir denken, wir haben Gefühle der Liebe. Dabei lieben wir nur unseren alten Schmerz und bedauern uns in Wahrheit selbst und verstellen uns den Weg  zum Bewusstsein, dass erst eine Absage an Gefühle des Selbstmitleids den Weg freimacht zur Liebe.

Ehrlich gesagt, ist mir zunehmend bewusster geworden, wie wenig ich über Liebe weiß. Das mag an meinem Elternhaus liegen, in dem die Liebe Gottes im Mittelpunkt stand und es zu Hause war, wie in so vielen christlichen Familien, dass mit der Liebe Gottes und zu Gott nur der Blick darauf verstellt wurde, wie wenig man sich selbst liebt und wirklich über Liebe weiß. Je mehr manchen Menschen die Liebe verlorengeht, desto mehr "lieben" sie Gott.
Und jene, die von Gott nichts wissen wollen, aber über Liebe reden: Ich glaube nicht, dass es ihnen auch nur ein bisschen besser geht.

Vorhin hatte ich ein Buch in der Hand, Zero Limits von Joe Vitale, jenem Scharlatan der modernen Esoterik-Industrie, der sich auf das Pferd der alt-ehrwürdigen hawaianischen Hoioponopono-Tradition gesetzt hat und sie nun zu Tode reitet.
Bei ihm heißt es: "Der einzig sichere Weg heißt: ´Ich liebe dich.´  Genau das ist der Code, der die Heilung auslöst."
Seine Methode - wobei er sich auf ein absolut vordergründiges Verständnis des Hoioponopono bezieht - ist ja die mantraartige Wiederholung der Sätze "Es tut mir Leid / Bitte verzeih mir / Ich liebe dich / Ich danke dir."

Ich bin überzeugt, dass es Mantren gibt, die ihre Wirkung tun. Ich zähle - als Ex-Protestant - Rosenkranz-Gebete dazu, das Vater Unser, den 23. Psalm und Formeln wie gloria in excelsis deo et pacem hominibus bonae voluntatis (Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen guten Willens), den Anfang des Johannes-Evangeliums und andere mehr. Sicherlich gehört auch das Weltenwort A-U-M dazu.
Und manche werden wissen, wie wertvoll es gerade in Situationen großen Leids ist, wenn man ein Lied oder ein Gebet in sich aufsagen kann, das spürbar Wärme und Halt gibt.

Aber es gibt etwas, was uns von Liebe und allem wesentlichen Wissen entfernt, das ist das geistlose Aussprechen eines Wortes, wie es Joe Vitale protegiert. Und je öfter dies geschieht - und es geschieht auf der Erde millionenfach täglich - desto schwieriger wird es, den Geist der Liebe in deren Buchstaben zu finden.

Ich freue mich über und für jeden, der viel über und von der LIebe weiß, der wirklich einen Zugang zu ihr hat. Und ich bin überzeugt, sie flutet, wie Millionen von Neutrinos in jeder Sekunde, ständig durch uns hindurch, denn vielleicht ist es so, dass der Kosmos pure Liebe ist, ein Kosmos, den der Mensch täglich vermüllt und vermüllt. Und nicht sieht und merken will, dass er die Liebe vermüllt.

Das Gute ist, den göttlich-geistigen Kosmos können wir nicht vermüllen.
Nur sollten wir vielleicht wissen, dass die Liebe sich nicht anbiedert.
Dass wir sie bitten sollten, Heimat in uns zu finden.
Dass wir ihr einen Platz in uns freiräumen, der nur für sie bestimmt ist - und dann vielleicht weitere Räume, Raum um Raum.
Heute schmunzeln wir darüber, dass die Römer in ihrem Haus und Indianer in ihren Tipis eine Ecke frei hielten, die nur dem Heiligen geweiht war. Da lag nichts, was nicht heilig war. - Wir Aufgeklärten aber glauben, wir hätten in unserem Inneren diese Ecke, wo wir sie nicht einmal mehr im Außen haben.

Diese Räume müssen bedingungslos entmüllt sein und gereinigt werden wie Jesus den Tempel gereinigt hat, indem er die Tische der Wechsler umwarf und alles Scheinheilige hinausscheuchte.
Zu dieser Kompromisslosigkeit müssen wir uns hinentwickeln.
Vorher sollten wir vorsichtig sein, wenn wir von Liebe sprechen.